Die Mehrwertsteuer auf Speisen soll sinken. Gleichzeitig steigt der Mindestlohn

Der Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen steht die Anhebung des Mindestlohns entgegen.

Während die Senkung des Mehrwertesteuersatzes von 19% auf 7% noch durch den Bundestag und Bundesrat muss, ist die Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 EUR quasi als sicher anzusehen. Die Senkung der Mehrwertsteuer wird von vielen als Klientelpolitik abgestempelt und gleichzeitig wird gefordert, diese Senkung an den Gast weiterzugeben.
Die Kennzahlenauswertung meiner Kunden von Januar bis Juli zeigt deutlich, mit welchen Problemen die Branche zu kämpfen hat und welche Lösungsansätze es dafür gibt.

Effekt der Mehrwertsteuersenkung.

Die Senkung der Mehrwertsteuer hilft uns, die Deckungsbeiträge in der Gastronomie etwas anzuheben bzw. zu stabilisieren. Dies ist notwendig, da die meisten Hotel mit der Gastronomie seit einigen Jahren nur geringe, meistens aber keine Gewinne oder sogar Verluste erwirtschaften. Um dieses zu beurteilen ist natürliche eine Kostenstellenrechnung Voraussetzung. Der öffentliche Druck, die Mehrwertsteuersenkung 1:1 an den Gast weiterzugebender wird bereits jetzt über die Medien verstärkt. Vergessen wird dabei, dass die Wareneinsatzkosten auf Grund von Preissteigerungen der Lieferanten in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Gleiches gilt für die Personal- und Energiekosten. Daher empfehlen wir, jetzt die Preise, um ca. 5% anzuheben, was vom Gast nur in geringem Umfang bemerkt werden wird, um diese im Januar um diesen oder einen geringfügig höheren Betrag zu senken. Den feinen, aber bedeutsamen Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten ist Vielen – auch den Medien – Gott sein Dank oft nicht klar.

 

Der Mindestlohn steigt auf 13,90 EUR.

Das Bundesarbeitsministerium schreibt auf seiner Internetseite: „In ihrer Sitzung vom 27. Juni 2025 hat die Mindestlohnkommission eine stufenweise Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026 und 14,60 Euro zum 1. Januar 2027 beschlossen. Damit steigt der Mindestlohn zunächst um 8,42 % und im Folgejahr um weitere 5,04 %. Insgesamt steigt er also um 13,88 %. Das ist die größte sozialpartnerschaftlich beschlossene Lohnerhöhung seit Einführung des Mindestlohns.“

Sind unsere Kunden bereit nun ihrerseits Preissteigerungen zu akzeptieren, die die Ergebnisse (nicht den Umsatz) um diese Prozentsätze steigen lassen? Die Antwort darauf kennen wir, sie lautet: Nein. Was bleibt dem Unternehmen übrig, als sich von Mitarbeitern zu trennen, da wir wissen (u.a. aus der Kennzahlenermittlung der letzten Jahre), dass wir sowohl in der Logis als auch in der Gastronomie die bisherigen Preisstrukturen nur schwerlich, wenn überhaupt durchsetzen können. Also muss der logische Schluss lauten, dass Prozesse weiter optimieren und dass wir uns von Mitarbeitern trennen müssen. Kunden, die dies in den vergangenen Monaten getan haben, sind seitens der Liquidität nun besser aufgestellt als andere Kunden.

Somit führt der Mindestlohn aus unserer Sicht nicht zu mehr Beschäftigung, sondern zu weniger Beschäftigung. Schon immer sind wir in der Branche bereit gewesen für Mitarbeiter deutlich mehr als den Mindestlohn zu bezahlen, aber nur wenn die Mitarbeiter auch ein Mindestmaß an Qualifikation, Motivation und Leistungsbereitschaft mitgebracht haben. Dazu gehört natürlich auch eine sehr gute Personalführung seitens der Abteilungsleiter sowie der Geschäftsführung.

Unternehmerisches Denken und Handeln ist erforderlich!

Die betriebswirtschaftlichen Auswertungen und die Kennzahlen in Verbindung mit den Budgets zeigen, welche Schritte zu gehen sind. Der Weg ist anstrengend, unbequem und teilweise auch unangenehm. Aber jeder Unternehmer ist verantwortlich für sein Unternehmen, für sich selbst und für die Mitarbeiter, die sich für das Unternehmen einsetzen und loyal sind. Daher sind bestimmte Entscheidungen zu treffen, um den Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung erforderlicher Maßnahmen.

Unsere Kunden wissen, dass wir oft unbequem sind und immer wieder den Finger in die Wunden legen und auf Entscheidungen drängen, die nicht immer angenehm sind. Aber es ist unser Grundsatz, Ihnen unsere ehrliche Meinung zu sagen und Ihnen unsere Erfahrungen auch aus anderen Häusern mitzuteilen, was wir für richtig und umsetzbar halten.

Unser Ziel ist es, sie alle gut durch diese angespannten Zeiten zu bringen.